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Rede Bevölkerung

Feuerwehrrede zur Fahrzeugeinweihung von Manuel WillIch begrüße alle Bürgerinnen und Bürger, alle anwesenden Feuerwehrkameradinnen und Kameraden, alle Führungskräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes, des Gemeinwesens und alle Gäste die heute zu unserer Fahrzeugeinweihung erschienen sind. Ich möchte Ihnen in meinem Beitrag die Aufgaben der Feuerwehr erläutern. Dabei spielen unsere vier Leitworte: RETTEN, LÖSCHEN, BERGEN, und SCHÜTZEN die entscheidende Rolle. Die Alarmierung der Einsatzkräfte hier in Wisskirchen erfolgt ausschließlich über Piepser. Das Löschen von Bränden gehört nicht mehr zu unseren Hauptaufgaben. Der Schwerpunkt unserer Einsätze liegt im Bereich der Technischen Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen auf der naheliegenden Bundesautobahn A1. Dabei handelt es sich: 1. Um die Rettung von eingeklemmten Personen im Auto mit hydraulischem Rettungsgerät 2. Um das Binden von ausgelaufenen Betriebsstoffen und 3. Um das Absichern und Beleuchten von Einsatzstellen bei Dunkelheit. Desweiteren wird die Feuerwehr bei Umwelteinsätzen wie z.B. Überschwemmungen, vollgelaufenen Kellern oder auslaufenden Chemikalien bei LKW Unfällen eingesetzt. Bei Bränden haben wir die Möglichkeit unter schwerem Atemschutzgerät in brennende und verqualmte Bereiche vorzudringen und ggf. eine Personenrettung durchzuführen. Die Feuerwehr Wisskirchen fuhr im vergangenen Jahr über 50 Einsätze. Einen Großteil der Einsätze fuhren wir oft unbemerkt in der Nacht.In den letzten 6 Jahren ist mit unserem Löschgruppenführer Markus Burg ein junges engagiertes und hochmotiviertes Team zusammengewachsen, auf das sich jeder 100% verlassen kann und das im Laufe der Zeit gelernt hat, die traumatischen Erlebnisse nach unseren Einsätzen gemeinschaftlich zu besprechen und zu verarbeiten. Ich persönlich bin stolz darauf in diesem Team zu sein. Das neue Einsatzfahrzeug bietet technisch eine hoch effiziente Grundlage zur Rettung --- und zusammen mit unserem Team sind hervorragende Bedingungen zur Hilfeleistung geschaffen worden. Heute feiern wir die Einweihung unseres neuen Feuerwehreinsatzfahrzeuges. Dieses neue Fahrzeug ist mit 170 PS nicht nur Leistungsstark, sondern bedient sich aller modernster Technik, die unserer Feuerwehr derzeit zur Verfügung steht. Es wurde angeschafft um Leben, Hab und Gut zu retten. In dem Lied: Hurra, Hurra die Feuerwehr ist da, geht es darum wie froh man doch sein kann, wenn die Feuerwehr endlich da ist. Sie können mir glauben, wir wären gerne schnell da, vorausgesetzt man würde uns lassen. Wir erleben oft, wie Straßen unachtsam zugeparkt werden, oder die Rettungswege blockiert sind. Wir beobachten ebenfalls, dass die Bereitschaft der Autofahrer gegenüber Einsatzfahrzeugen die Straße freizumachen, erheblich nachgelassen hat! Einer rennt noch schnell über die Straße, ein anderer besteht trotz herannahendem Rettungsfahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn auf seine Vorfahrt! Solche Vorfälle erzeugen enormen Stress für den Fahrer des Rettungsfahrzeuges, und verlängert Einsatzfahrten. Ein Mitbürger fragte mich mal: „Müsst ihr nachts immer mit so einem Lärm rausfahren“? Ja, müssen wir! Es ist Vorschrift bei einer Einsatzfahrt die Sondersignale zu nutzen und jeder betroffene Bürger hofft auf schnelle Hilfe. Bitte denken sie daran, es könnte auch zu jeder Zeit um das eigene Leben gehen. Man liest es fast täglich in den Zeitungen, hört es in den Nachrichten. Es sind die Schlagzeilen von Verkehrsunfällen, Bränden und Schicksalsschlägen anderer Menschen, die unsere Aufmerksamkeit und unser Interesse wecken. An all dies haben wir uns gewöhnt. Es ist für uns fast zur Normalität geworden, dass täglich Menschen ums Leben kommen. Wussten sie, - dass nicht jede Stadt eine Berufsfeuerwehr hat? Wussten sie, - dass nur durch die Freiwillige Feuerwehr der Hauptanteil des Brandschutzes in Deutschland sicher gestellt wird? Wussten sie, - dass Frauen und Männer wie sie und ich, (wie wir) Tag und Nacht in ihrer Freizeit lebensrettende Einsätze fahren? Wir werden oft gefragt: Warum wir bei der freiwilligen Feuerwehr sind? Das wird doch nicht entlohnt. Es wird belohnt! Belohnung heißt für uns, in diesem Team Hand in Hand zu arbeiten und sich auf die Fähigkeiten jedes einzelnen verlassen zu können.Belohnung heißt für uns, zu wissen wenn wir in das Gesicht eines schwerverletzten Menschen schauen und er mit Hilfe unseres Einsatzes überleben wird.Belohnung heißt für uns, wenn wir den besorgten Eltern vor ihrem brennenden Haus die Hoffnung geben ihr Kind lebend aus den Flammen zu retten. Am Ende unserer Kräfte ein schwerverletztes Kind dem Notarzt übergeben, der uns dann sagt, dass es überleben wird. Das ist ein Gefühl welches man nicht beschreiben kann. Gedanken, die uns als Löschgruppe Wisskirchen in den letzten Jahren bei unseren Einsätzen begleiten haben!Können sie sich vorstellen mit ihren Freunden der Feuerwehr Wisskirchen in den Einsatz zu fahren und nicht zu wissen was sie erwartet oder ob sie wieder lebend zurückkehren?Was es bedeutet wenn man im Anschluss an den nächtlichen Einsatz müde zur Arbeit gehen muss? Wie man sich an einer Einsatzstelle fühlt, an dem gerade ein junger Autofahrer nach einer Geburtstagsfeier sein Leben verloren hat und die herbei geeilten Eltern diese Nachricht gerade erfahren haben? Welche Tragödie es ist, in die beängstigten Gesichter der Fahrgäste zu sehen, die nach einer Notbremsung langsam realisieren, dass ihr Zug gerade einen Menschen überrollt hat? Das wir am nächsten Tag auf dem Weg zur Arbeit an dem Ort vorbei müssen, wo in der Nacht ein Mensch sein Leben verloren hat und es uns unmöglich erscheint über das Erlebte zu sprechen, weil man diese grausamen Bilder nicht in Worte fassen kann. Kennen sie das Gefühl, ihnen wird etwas genommen und sie können nichts dagegen tun? Sie können nur zuschauen, wie die Flammen Ihnen alles nehmen. (Erinnerungen, Fotos, Andenken….) Alles weg! Es ist ein Gefühl der Ohnmacht und endlose Müdigkeit, die auf sie niederschlägt.Haben sie eine Vorstellung, wie es ist, mitten in der Nacht vom Piepser geweckt zu werden mit der Nachricht: „Schwerer Verkehrsunfall, Fahrer eingeklemmt“. Und wir machen uns auf den Weg zum Feuerwehrhaus begleitet von den Gedanken…Was erwartet mich? …Können wir noch helfen? Wir kommen an der Einsatzstelle an und sehen wie zwei PKWs frontal zusammen gestoßen sind und zwei 20 jährige in Ihren Autos eingeklemmt sitzen. Einer ist bereits an seinen schweren Verletzungen verstorben …und der andere kämpft noch um sein Leben! Unter größter körperlicher Anstrengung und mit Hilfe der hydraulischen Rettungsschere beginnen wir, den Patienten zu befreien. Wir riechen in der gesamten Zeit der Patientenrettung den unvergleichlichen Geruch von verbranntem Gummi und heißen ausgelaufenem Öl. Dieser Geruch verbleibt noch Stunden nach dem Einsatz in unserer Nase und lässt immer wieder ein flaues Gefühl und Übelkeit in uns aufkommen. Wir befinden uns inmitten eines Trümmerfeldes….umgeben von zerrissenen und spitzen Fahrzeugteilen, die aus dem zerstörten PKW ragen. Begleitet von den lauten Geräuschen, die von den Stromaggregaten ausgehen und dem blitzenden Blaulicht, das die Einsatzstelle absichert. Dann kommen wir an den Punkt an dem wir wissen, dass der Patient nicht mehr lebend aus dem völlig zerstörten Fahrzeug-Wrack befreit werden kann. Der Patient verstirbt uns buchstäblich in den Händen. Wir schauen auf die hoffnungsvollen Blicke unserer Kameraden, die die Einsatzstelle absichern und signalisieren Ihnen, dass unsere Hilfe leider zu spät gekommen ist. Das schlimmste überhaupt ist den verletzten Menschen zu kennen. Vielleicht ist es der eigene Partner, sein Kind, der beste Freund, ein Nachbar oder sogar ein Feuerwehrkollege. All dies ist möglich, da wir hier in unserem Wohngebiet die Einsätze fahren.Wir sprechen nach den Einsätzen oft über das Erlebte. Besonders nach Momenten, wo es auch für die Rettungskräfte mal lebensbedrohlich geworden ist und unser Leben in Gefahr war. Das ist ungeheuer belastend für alle Beteiligten.Sie können uns helfen !Sie können dazu beitragen Leben zu retten ! Wir brauchen Sie im Straßenverkehr als rücksichtsvolle, aufmerksame und unterstützende Teilnehmer bei Einsatzfahrten. Das Freihalten von Zufahrtswegen rettet lebenswichtige Minuten. Wir benötigen ihre Wertschätzung und den Respekt gegenüber unserer freiwilligen Arbeit, in der wir mit Leib und Seele, Leben, Hab und Gut retten. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen noch einen schönen Nachmittag!



FeuerwehrKreisstadt Euskirchen

Löschgruppe Wisskirchen


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